Spiritueller Weg
Spiritualität ist zunächst nichts anderes, als ein sich öffnen für elementare, persönliche Fragen, die Antworten nicht scheuen, die über unser vertrautes Wissen hinausgehen. Eine Öffnung für Spiritualität entsteht oftmals erst im mittleren Lebensalter, wenn Mensch sich der eigenen Vergänglichkeit bewusst wird, unsere Kinder uns den Abstand zur gepflegten Egozentrik gelehrt haben, und die erste, Zwischenbilanz deutlich Kerben zwischen Lebensträumen und Lebensrealitäten aufzeigt.
Zu diesem Zeitpunkt setzen wir uns erstmalig in Ruhe hin, atmen gewaltig durch und erschrecken ein wenig vor dem Stillstand, den wir in uns wahrnehmen. "Da war doch noch, da wollte ich doch, da sollte doch eigentlich" .... aber da ist erstmalig einfach nichts. Kein Plan, kein Ziel, keine Aktion, kein Hamsterrad, nur Stillstand. Vielleicht schlägt man sich ein wenig mit dem bewährten Schlagwort "Midlife-Crises" herum, sucht sich eine(n) Liebhaber(in) zur jugendlichen Gefühlskonservation, beginnt mit Zwangsaktionismus, oder wirft sich ins Depressionsbad. Wird schon wieder vorbei gehen. Ist doch noch immer alles vorbei gegangen...
Ja, und genau damit treffen wir dann auch den Punkt.
Wenn wir genau an dieser Stelle einfach mal stehen bleiben und dem "alles geht vorbei" ausreichend Platz einräumen, dann entsteht aus "Stillstand" Stille. Die mag zu Beginn wie eine Großbaustelle in unseren Ohren dröhnen, was nochmal zusätzlich erschreckt. Aber wenn wir die Lautstärke dieser Stille aushalten, dann wird sie leiser. Dann atmet es sich anders, dann beginnt ein Prozess in dem wir erstmalig beginnen, unsere echten Bedürfnisse zu spüren. Unsere Ängste, unsere Sehnsüchte.
Wer Spiritualität mit "Hexerei, Gläser rücken, Räucherstäbchen und lila Wallekleidung" gleichsetzt, kratzt nur an der Oberfläche und lässt sich von Worten verwirren, die der darunter liegenden Wahrheit nicht gerecht werden. Spiritualität steht für einen Bewusstseinswandel. Für den einen mag der Wandel mit diesen Schlagworten assoziiert sein, aber deshalb ist der Wandel eines jeden einzelnen, noch lange nicht dort zu finden.
Spiritualität bedeutet nichts anderes, als sich für sich selbst zu öffnen. In einer Form, wie es uns bisher unbekannt war, machen wir uns nun auf für eine veränderte Wahrnehmung, die uns spürbar neu belebt. Man könnte auch "beseelt" sagen, denn keine Religion dieser Welt, auch keine atheistische Weltanschauung, stellt in Frage dass wir eine Seele haben. Es besteht Uneinigkeit darüber, wie wir sie uns vorzustellen haben, ob sie bleibt oder vergeht, ob sie reinkarniert oder mit unserem Körper in den Naturkreislauf zurückkehrt..., aber als "seelenlos" wagt kein Mensch seine Spezies und sich selbst zu benennen.
Wie denn auch? In letzter Konsquenz wissen wir alle - zumindest unbewusst - von unserem Höheren Selbst. Von unserer Tiefe, unserer Seele, unserer Quelle. Wir können sie in uns vergraben haben, aber Teile ihre Existenz haben wir wohl sicher nie verleugnet. Ein halbes Leben lang wurde immer mal wieder "intuitiv" gehandelt, "auf den Bauch gehört", oder in schwierigen Situationen ein "Stoßgebet zum Himmel geschickt", auch wenn der Adressat womöglich unbekannt war.
Wenn wir uns nun auf Spiritualität bewusst einlassen, tun wir nichts anderes, als das was wir bisher in nur wenigen Momenten getan haben. Wir vertrauen dem "Mehr" in uns, stellen fest, daß es wirklich existiert und wollen - neugierig wie wir eben sind - mehr und mehr darüber erfahren. Erspüren. Begreifen.

Mein persönlicher spiritueller Weg - der für Sie eigentlich nebensächlich ist, weil Sie Ihren eigenen haben - lief über eine starke Auseinandersetzung mit dem Tod. Auf einmal starben noch sehr junge Freunde und Bekannte um mich herum und ich fand mich in einer Denkspirale zum Sinn des Lebens wieder. Meine Tochter war neu geboren, ich spürte das erste Mal wirklich reale Verantwortung für nachwachsendes Leben, - und stellte mir Fragen über die Vergänglichkeit.
Ich gierte nach Antworten und gleichzeitig suchte mein atheistischer Kopf nach ernstzunehmenden "Beweismitteln" um nicht sinnlos im Nebel zu stochern. Meine Wahl fiel wie so oft in meinem bisherigen Leben auf die Königskür :-). Ungläubig direkt ab in die Reinkarnationsfrage und damit in eine Rückführung, für die ich meiner gewählten Begleiterin Maria Sturm bis heute zutiefst dankbar bin. Sie verzichtete auf jeglichen "Eso-Kram", den ich zu diesem Zeitpunkt abgelehnt hätte, verlangte keine Grundeinstellung von mir, sondern nahm mich mit ihrem Können einfach an die Hand und behütete meine Rückkehr zu mir selbst. In ein vergangenes Leben, das so klar und eindeutig vor mir lag, daß meine Fragen nicht weniger, aber die Antworten klarer wurden.
An dieser Stelle begann mein spiritueller Weg und ich kann heute die Wahrheit der Aussage verstehen, daß "unsere Seele uns rennend entgegen läuft, wenn wir ihr nur mit einem einzigen, kleinen Schritt entgegen gehen". Wie und auf welche Weise wir dies tun, ist eine ganz persönliche Sache. Es existiert kein richtig und falsch dabei, jeder wählt sein eigenes Tempo, seinen Ausdruck, seine Glaubensfähigkeit.
Meine Glaubensfähigkeit findet sich im Buddhismus wieder. Weil er den Menschen in seine Eigenverantwortung nimmt, karmische Gesetze nicht in Schickalsergebenheit umdeutet, und darauf verzichtet einen Gott vorzugeben. Der Buddhismus ist groß genug, um dem Menschen zu vertrauen, dass seine wahrhaftige Rückkehr zu sich selbst, immer beim Glauben an eine höhere Macht enden wird. Wie wir sie nennen wollen, welches Bild wir uns von ihr machen... - das ist vollkommen egal.
Fakt ist allerdings, dass sobald wir die Tür zum "mehr" einmal aufgestoßen haben, uns die Dinge entgegen rennen. Vermeintlicher Zufall wird Makulatur oder bekommt Wortstammbedeutung. Wenn wir begreifen, dass die Dinge uns "zu fallen", weil sie nur darauf gewartet haben, endlich einen Platz in unserem Leben zu bekommen, - dann beginnt das Vertrauen. Und mit diesem Vertrauen ist Heilung auf allen Ebenen möglich.
Ich spreche nicht von blindem Vertrauen. Nicht von sich in andere Hände begeben und dort kuriert werden. Sondern vom Vertrauen in die eigene Quelle, die alle Antworten, alle Wege zur Gesundung bereits kennt. Ich habe meinen Weg über Branden Bays "Journeys" genommen, über Reiki und Chakrenwissen, Engelarbeit und Seelenreisen, über Familienaufstellungen und viele buddhistische Anschauungen. Meine Sicht der Dinge ist eine spirituelle in Kombination mit meinem Steckenpferd, der Psychologie. Ich habe über viele Jahre Menschen bei Themenstellungen der Erotik gecoacht, meine psychologischen Erfahrungen mit den geistigen ergänzt und gelernt, einen ganzheitlichen Ansatz in den Fokus zu stellen. Wir bestehen aus Körper, Geist, Seele und Emotion, also benötigen wir auf all diesen Ebenen Liebe und Aufmerksamkeit, besonders bei (Selbst-) Heilungsprozessen.
Mein spiritueller Weg wird nie zu Ende sein, auch wenn er sich Tag für Tag weiter entwickelt. Aber es ist der wichtigste Weg, den ich jemals beschritten habe. Ich bin Mensch, ich versage und stoße an Grenzen. Aber die Grenzen verändern sich. Meine Liebe, meine Gelassenheit, mein Vertrauen und damit meine Kraft, wächst in einem Maße, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.
Ich habe durch mein Lernen und meine Entwicklung Geschenke erhalten, die ich teilen und weitergeben möchte. Auch dies ist logische Konsequenz. Wer um seine spirituellen Fähigkeiten weiß, verteilt sie. Damit sie sich duplizieren können und diese Welt eine bessere wird.
Sei willkommen beim Beginn oder im Verlauf Deines ganz persönlichen, spirituellen Weges. Ich freue mich, wenn sich unsere Wege kreuzen und wir uns begegnen.
Brich auf, vertraue und wage es, dich zu verändern. Lasse los - erstarrte Gewohnheiten, lähmende Vorstellungen einengende Forderungen. Sei unterwegs mit Leib, Geist und Seele, mit allen Sinnen, entdecke dich neu. Sei aufmerksam für Wahrnehmungen, für Wesentliches,für Lebensmöglichkeiten. Sammle auf dem Weg zur Mitte dich selbst ein. Brich auf und du wirst verwandelt ankommen.